• Info (5)

  • Kontakt

    Katrin Oechslin, *1982,
    dipl. Architektin ETH, dipl. Farbgestalterin HF

    2020–
    Dozentin am Haus der Farbe
    2016–2022
    Mitglied der Kantonalen Denkmal- und Heimatschutzkommission Basel-Landschaft
    2014–
    selbstständige Tätigkeit als Farbgestalterin in der Architektur
    2013–2016
    Studium Material- und Farbgestaltung Haus der Farbe, Zürich
    Diplom mit Auszeichnung
    2007–2015
    Mitarbeit als Architektin bei verschiedenen Büros in Zürich
    2001–2007
    Architekturstudium ETH Zürich

    WERKLISTE [pdf]

    Atelier für Farbe und Architektur
    Katrin Oechslin
    Dipl. Arch. ETH, dipl. Farbgestalterin HF
    Quellenstrasse 1
    8005 Zürich
    +41 79 771 64 26
    mail@katrinoechslin.ch

  • Farb- und Materialgestaltung

    Die Wechselwirkung (Stadt-)Raum – Material – Oberfläche steht im Zentrum meiner Arbeit. Durch die mehrjährige Arbeitserfahrung als Architektin und Farbgestalterin verfüge ich über ein fundiertes Berufsverständnis von der Projektentwicklung bis zur Ausführungsplanung und Realisierung. Meine Tätigkeit wird beeinflusst durch aktuelle Fragestellungen in der Architektur, historische Techniken sowie freies Experimentieren mit Baumaterialien. In enger Zusammenarbeit mit allen Projektbeteiligten werden individuelle und innovative Lösungen entwickelt. Ich biete massgeschneiderte Projektbegleitungen von der Studie bis zur Ausführung. Diese umfassen neben der Entwicklung von Farb- und Materialkonzepten auch die Erarbeitung von Leitbildern, Analysen, Gutachten sowie Beratungen. Um dem Bauen als komplexem und interdisziplinärem Berufsfeld gerecht zu werden, arbeite ich stets eng mit ausgewählten SpezialistInnen, sowie ArchitektInnen und der Bauträgerschaft zusammen und suche den intensiven Dialog mit allen Involvierten.

    LEISTUNGEN

    Konzepte
    Entwicklung spezifischer, projektbezogener Farb- und Materialkonzepte von der Studie bis zur Ausführung.
    Anhand von Analysen werden technische Spielräume ausgelotet und Qualitätsstandards festgelegt.
    Erstellen von Farbleitbildern für das Bauen im Bestand, Erarbeitung von gestalterischen Regelwerken bei grösseren Arealen.

    Planung
    Erarbeiten von Farb- und Materialplänen als Teil von Vor- und Bauprojekten, Baubeschrieben sowie als Grundlage für die Ausschreibungsplanung und Ausführung.
    Phasengerechte Bemusterung von Oberflächen und Materialien.

    Technische Unterstützung
    Abklärungen und Spezifikationen von technischen Eigenschaften und Anforderungen an Oberflächen, Materialien und Bauteile in Wechselwirkung mit der Ausführungsplanung
    sowie den Arbeitsabläufen auf dem Bau. Prüfung von planerischen Details hinsichtlich Konstruktion, Material und Oberfläche.

    Bauen im und mit dem Bestand, Adaptive Re-Use
    Analysieren und Auswerten des Potenzials bestehender Strukturen und Oberflächen im kleinen und grossen Massstab.
    Erarbeiten von integralen Konzepten und Interventionen in Wechselwirkungen von Alt und Neu.
    Prüfen und Implementieren von gebrauchten und wiederverwendeten Bauteilen.

    Strategische Beratungen
    Fachplanerische Begleitung von Behörden, Bauträgerschaften und ArchitektInnen im Rahmen von Workshops oder Dialogen.
    Erstellen von Analysen, Gutachten und Empfehlungen.

  • Fachpresse

    2025
    DIE BESTEN 2025 ARCHITEKTUR
    Hasen in Silber für Amt für Verbraucherschutz in
    Hochparterre die Besten 2025

    2025
    Schulanlage Lavater in
    Modulør Sept/2025

    2025
    DREI IN EINEM
    Ersatzneubau Kolonie 3 in
    Hochparterre 01 / 2025

    2024
    EINE RUNDE SACHE
    Ersatzneubau Frohalp in
    Zeitschrift Wohnen 24/09

    2024
    Wohnhochhaus Birmensdorferstrasse in "Pflanzenbaustoffe"
    Werk, Bauen + Wohnen, 2024, Nr. 4

    2023
    AKZENT IM KERAMIKKLEID
    Wohnhochhaus Birmensdorferstrasse in
    Hochparterre 01 / 2023

    2023
    WOHNRAUM, EIGENNUTZ, GEMEINSINN
    Ersatzneubau Kolonie 3 in
    Die Baugenossenschaft Wiedikon zwischen bürgerlicher Gründungszeit und gentrifizierter Gegenwart
    M. Schmitz, F. Saner, D. Gut, J. Schindler

    2022
    INNENPUTZ
    Annette Spiro, Florian Schrott, Elizaveta Radi (Hrsg.)
    Gastbeitrag "Lasur, Anstrich, Schlämme, Putz - Spezifisches zu Kalkoberflächen"
    S. 266 -287 Park Books

    2021
    CONTEXTES
    Siedlung Helen Keller in
    "Le logement contemporain en situation"
    Bruno Marchand, Lorraine Beaudoin
    EPFL Press S. 252 – 261

    2021
    Alterssiedlung und Kindertagesstätte Helen Keller
    BUK ETHZ Konstruktion
    Birkhäuser Verlag

    2020
    Helen Keller im Architekturführer Zürich
    Werner Huber
    Edition Hochparterre

    2020
    Helen Keller in "Slalomfahrt zur Gartenstadt 2.0"
    Hochparterre 08 / 2020

    2019
    Helen Keller in "Wohnen für Alle" Bautenkatalog
    DOM publishers, Deutsches Architekturmuseum
    Herausgegeben von Paul Andreas, Karen Jung, Peter Cachola Schmal

    2018
    Tour La Champagne in "Nostalgie ist ein Wohlstandshobby"
    Hochparterre, 09 / 2018

    2018
    Primarschule Niederhasli in "Knochenarchitektur"
    Werk, Bauen + Wohnen, 2018, Nr. 3

    2017
    Helen Keller, in "Wohngenossenschaften in Zürich, Gartenstädte und neue Nachbarschaften"
    Dominique Boudet, Park Books

  • Vorträge

    2025
    Schweizerischer Werkbund
    "Amt für Verbraucherschutz"
    Vortrag und Führung durch das Gebäude, mit Markus Schietsch

    2022
    Hochschule Luzern, Technik & Architektur
    "Lasur, Anstrich, Schlämme, Putz"
    Vortrag zur Verarbeitung von Kalkoberflächen

    2022
    Volkshochschule Zürich
    "Architektur und Farbe"
    Vortrag und Stadtrundgang

    2021
    Architekturforum Zürich "Treffpunkt Farbe"
    "Vom Umgang mit Raum und Farbe in einer Hochhaussanierung"
    Tour de la Champagne, mit Jürg Graser

    2020
    ZHAW, IKE Konstruktives Entwerfen, Master Studio
    "Hardau Reloaded: Input Material und Farbe"

    2020
    ETH Zürich, Professur Spiro
    "Wechselwirkungen: Raum, Material und Farbe im Wohnungsbau"
    Mit Daniel Abraha

  • Impressum

    © Atelier Katrin Oechslin, 2026
    Quellenstrasse 1
    CH-8005 Zürich
    www.katrinoechslin.ch
    mail@katrinoechslin.ch

    Die Verwendung aller Inhalte ist ohne Genehmigung der Urheber nicht gestattet.
    Das Copyright der Fotografien liegt, wenn nicht anders vermerkt, bei Atelier Katrin Oechslin.

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  • Realisiert (14)

  • Heiligfeld

       

    Farb- und Materialkonzept Instandsetzung Wohnsiedlung Heiligfeld I, Zürich 2022 - 26
    Bauträgerin: Liegenschaften Stadt Zürich
    Bauherrenvertretung: Amt für Hochbauten Stadt Zürich
    Architektur: Pfister Schiess Tropeano & Partner Architekten AG

    Das Zürcher Quartier Heiligfeld, erstellt in drei Etappen und vollendet 1955, umschliesst ist in eine grosszügige Grünfläche eingebettet, deren Gestaltung typisch für die 1950er-Jahre ist.

    Die mehrgeschossigen Wohnhäuser der Wohnsiedlung Heiligfeld I stehen mehrheitlich senkrecht zur Brahmsstrasse. Dadurch erhalten die Wohnungen Sonne aus Osten und Westen und sind gleichzeitig auf die Gartenhöfe ausgerichtet. Drei davon sind zu den Strassen durch eingeschossige Atelierbauten abgegrenzt. Bis heute profitiert die Siedlung von der nördlich liegenden Grünfläche bei der benachbarten städtischen Siedlung Heiligfeld III, einer zugeschütteten Kiesgrube, und vom Friedhof Sihlfeld im Süden.

    Die Zeilensiedlung im schlichten Stil der Nachkriegszeit fallen auf durch die gerasterten Wohnzimmererker und besonders durch die Atelierbauten an der Brahmsstrasse, welche die Hofräume zwischen den Häusern gliedern. Wohnhäuser und Ateliers sind fein proportioniert. Die Verwendung unterschiedlicher Oberflächenmaterialien (Verputz oder Holzverkleidung) entspricht den unterschiedlichen Nutzungen der Bauten. Bescheidenheit ist hier eine Zier.

    Das Material- und Farbkonzept versucht, den ursprünglichen Geist der Architektur aufzunehmen und um die nötigen architektonischen Elemente wie Markisen zu erweitern. Auf der Grundlage von restauratorischen Untersuchungen wurde die bauzeitliche Farbgebung eruiert. Ein wichtiger Teil der Arbeit bestand dabei in der Interpretation der Untersuchungsergebnisse und deren Abgleich mit den verfügbaren bauzeitlichen Fotografien. Die schlichte Materialisierung und dezente Farbgebung wird mit feinen Farbakzenten der Textilien und an den Untersichten der Loggien ergänzt.

    Mehr zum Projekt: Pfister Schiess Tropeano Architekten
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin

  • Dolderbad

    Bild: Georg Aerni
    Bild: Georg Aerni
    Bild: Georg Aerni
    Bild: Georg Aerni
    Bild: Georg Aerni
    Bild: Baugeschichtliches Archiv Zürich
       

    Farb- und Materialgestaltung Freibad Dolder Zürich 2026
    Bauträgerin: Stadt Zürich
    Architektur: GFA Gruppe für Architektur GmbH

    1934 wurde das Freibad Dolder auf einer Waldlichtung vom Hotel Dolder erbaut. Technische Errungenschaften wie das künstliche Freibad an und für sich und insbesondere das Wellenbad waren genauso wichtig wie die funktionalen Ansprüche des Badebetriebes oder die architektonische Interpretation der ästhetischen Vorzüge des Standortes.

    Soweit der Befund diese Aussage zulässt, folgt die Farbgebung der etwas opportunistischen architektonischen Haltung, die sich nach Bedarf bei verschiedenen Stilrichtungen bedient: Die ockerigen Nuancen der verputzten Oberflächen können als Anlehnungen an klassizistische Vorbilder (achsialer Grundriss mit „Schmuckhof“) verstanden werden. Die klassisch ausformulierten, aber betonierten Stützen oder Pfeiler des Laubenganges bedienen sich vom Material her neuester Technik. Die starke Buntheit der Garderoben-türen verweist auf bauzeitliche, technisch-sachliche Vorbilder wie Hefti, der seinerseits ebenfalls einen lockeren und undogmatischen Umgang mit architektonischen Stilrichtungen pflegte.

    Grundsätzlich soll die Farbgebung des Bestandes in der bauzeitlichen Fassung vorgesehen werden. Später hinzugekommene Baukörper wie die Aufstockung aus den 60iger Jahren oder die heutige Ergänzung der Pergola werden farblich differenziert behandelt.

  • Salzherrenhof

       

    Farb- und Materialgestaltung Fassaden Salzherrenhof, Sarnen 2025
    Bauträgerschaft: Eberli Anlagen AG
    Architektur: Seiler Linhart Architekten

    Auf dem zentral im Ort Sarnen liegenden Areal werden die Bestandesbauten mit fünf neuen Baukörpern ergänzt. Dank der Grösse der neu konzipierten Baukörper, ihrer Setzung und der Typologien wird die vorhandene Bebauungsstruktur des Dorfkernes fortgeführt.
    Mittels einer Analyse der Farbgebung der bestehenden Fassaden konnte ein ortstypisches Kolorit umrissen werden: Die Putzfassaden weisen oft ockerige Grautöne auf, die Fensterläden und Holzbauteile sind in kräftigeren und dunkleren Tönen gehalten, von Weinrot über Braun bis Dunkelgrün. Die geschindelten Fassaden sind in bunteren Tönen gestrichen, allerdings kann auch dort eine Tendenz zu warmen Tönen von Weinrot bis Terra di Siena ausgemacht werden. Die Fensterläden der geschindelten Fassaden sind jeweils in einem dunkleren, komplementären Ton gehalten. Die Profile der Holzfenster sind einheitlich weiss gestrichen.
    Die Farbigkeit der Ersatzneubauten sollen sich harmonisch in die bestehende Architektur einfügen, wobei ein Zusammenhalt innerhalb des Areals durch zurückhaltende, entsättigte Farbtöne erreicht wird. Dies geschieht mit einer Weiterführung der ockerigen Tendenzen der Putzfarbtöne sowie mit komplementären, sich wiederholenden Akzenten bei den Haustüren, den Markisen und den Metallbauteilen. Je nach Dosierung, Quantität und (Farb-) Nachbarschaft können so Verbindungen geschaffen oder Kontraste und Distanz erzeugt werden.

    Mehr zum Projekt: Seiler Linhart
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin

  • AVS

    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
    Bild: Federico Farinatti, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Amt für Verbraucherschutz, Kanton Aargau 2024
    Bauträgerin: Departement Finanzen und Ressourcen Immobilien Aargau
    Architektur: Markus Schietsch Architekten GmbH

    Auszeichnung die Besten 2025 Architektur, Hase in Silber

    Der zweigeschossige Holzpavillon mit umlaufendem Laubengang steht auf einer parkartigen Parzelle am Übergang von Wohn- zu Gewerbezone. Städtebaulich versteht sich der Körper als Solitär, der sich wenig auf seine Umgebung bezieht. Durch die ungewohnte Farbgebung der Holzbauteile wird diese Sonderposition noch verstärkt. Durch die Intensität der verwendeten Orange- und Auberginetöne entsteht eine Art bunte Wolke mit starkem Komplementärkontrast zur grünen Umgebung.

    Die strukturelle, sehr offene Laubengang-Fassade umhüllt einen in Schichten aufgebauten, im Kern sehr introvertierten Innenraum. Dieser Kontrast der offenen Struktur aussen zu massivem, introvertiertem Kern innen wird durch die Farbgebung verstärkt. Durch einen sehr bunten und hellen Farbton am Boden wird die Farbe im Innern räumlich wirksam, reflektiert sich an den Oberflächen. So wird im Aussenraum wie im Innenraum mit der Strahl- oder Leuchtkraft der Farbe operiert. Einmal um das Objekthafte zu stärken und einmal um die räumlichen Begrenzungen der introvertierten Räume ohne Bezug zum Aussenraum zu verstärken. Zudem stellt das verwendete Material Kautschuk auch haptisch einen deutlichen Kontrast zu den ansonsten roh belassenen Baumaterialien Holz und Beton dar. Der haptische Kontrast in Kombination mit der starken Buntheit des Bodens verstärkt und verdeutlicht die unterschiedlichen Oberflächenqualitäten.

    Mehr zum Projekt: Markus Schietsch Architekten
    Bilder: © Federico Farinatti und Atelier Katrin Oechslin

  • Schürbungert

    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Fassade und Innenraum Ersatzneubau Schürbungert Zürich 2024
    Bauträgerschaft: privat
    Architektur: Wild Architekten GmbH
    freie Mitarbeit von farbfeld, Kathrin Guntern

    Das Mehrfamilienhaus in Zürich entspricht in seiner Geschossigkeit und den Dimensionen den umgebenden Bauten. Ohne viel Aufhebens fügt es sich ein, sticht aber bei näherer Betrachtung durch feine Details in der Gliederung hervor. Eine feine Auffächerung strassenseitig geht zum Garten/Hof hin in eine plastischere Formulierung der Fassade über. Die beiden unterschiedlichen Gebäudeseiten werden verbunden durch eine fast "blinde" Stirnseite zur neuen Überbauung des Brüderhofweges hin.

    Die Farbgestaltung der Fassade versucht diese zwei unterschiedlichen Gesichter zum Hof und zur Strasse einerseits über eine feine Buntheit zu verbinden, andererseits verstärkt sie jeweils die volumetrischen Eigenheiten. Die zwei gewählten Bunttöne beziehen sich auf die Fassaden der Umgebung, heben sich aber in der warmen Erdigkeit ebenso sehr von ihnen ab. Mit dem Farbwechsel der konsequent über Eck passiert, ergibt sich je nach Tageslichtstimmung eine das natürliche Licht verstärkende Schatten- und Volumenwirkung oder eine ungewohnte und leicht irritierende Farbigkeit.

    Mehr zum Projekt: Wild Architekten
    Bilder © ObiettivoLuce, Zürich und Atelier Katrin Oechslin

  • Lavater

    © nightnurse / neffneumann
       

    Farb- und Materialberatung Gesamtinstandsetzung Innenräume Schulhaus und Turnhalle 2025
    Bauherrschaft: Stadt Zürich
    Bauherrenvertretung: Amt für Hochbauten
    Architektur: Neff Neumann Architekten AG, Zürich
    Baumanagement: Güntensperger Baumanagement

    Das 1897 von Gustav Gull erbaute Oberstufenschulhaus bildet zusammen mit der separaten Turnhalle die Schulanlage Lavater inmitten eines Wohnquartiers aus der Jahrhundertwende in der Enge. Das Schulhaus ist im Inventar der schützenswerten Bauten von kommunaler Bedeutung aufgeführt.

    Die Gesamtinstandsetzung hatte auf räumlicher Ebene unter anderem die Aufwertung der Erschliessung im alten Schulhaus zum Ziel. Mittels Wiederherstellung der seitlichen Belichtung des Korridors und mit subtilen zeitgenössischen gestalterischen Ergänzungen der Gestaltung des historischen Befundes konnte die ursprüngliche repräsentative Qualität der Räumlichkeiten wieder erreicht werden.

    Bei der Farbigkeit der Turnhalle wird der Farbklang vom alten Schulhaus übernommen, intensiviert und ergänzt um dunkle Töne, je nach Nutzung und Raum. Die Elemente Rhythmus, Wiederholung und Bewegung kommen in verschiedenen Formen von Farbwechseln an Wand und Decke dazu.

    Mehr zum Projekt: Neff Neumann Architekten
    Bilder © Atelier Katrin Oechslin, wenn nicht anders deklariert

  • Frohalp

    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Wohnsiedlung Frohalp 2024
    Bauträgerin: Gemeinnützige Baugenossenschaft Heimelig, Zürich
    Architektur: Zimmermann Sutter Architekten AG, Zürich

    Die Gemeinnützige Baugenossenschaft Heimelig plant am Entlisberg in Wollishofen den Ersatz einer Siedlung aus den 1930er Jahren. Das langgestreckte Grundstück befindet sich an einer ruhigen, attraktiven Kretenlage mit Aussicht über die Stadt auf den Zürichsee. Die Neubauten werden als unterbrochene Zeile der angrenzenden Strassen vorgeschlagen. Richtung Westen zum Gartenraum hin generieren und fassen die runden Einkerbungen des Baukörpers den gut strukturierten Freiraum. (Ausschnitt Baubeschrieb Architekten)

    Das gebaute Umfeld ist geprägt von vielen Genossenschaften. Die Nachbarschaft wird getragen von der Idee der Mitwirkung, verschiedene Projekte zur Freiraumnutzung und -Bespielung sind im Gange. Farbgebung und Materialisierung sollen diese Aktivitäten unterstützen, sie darf etwas Temporäres ausstrahlen und soll nicht in Stein gemeisselt scheinen. Um die Volumen zu stärken, soll allseitig die gleiche Fassadeneindeckung vorgesehen werden. Allerdings werden die runden Hofräume durch eine zusätzliche Lattung farblich hervorgehoben, was die formale Geste des Gartens verstärkt. Die Holzschalung soll in einem zurückhaltenden Grünton gestrichen werden, von weitem ist die Farbigkeit im Vordergrund, bei näherem Betrachten werden aber weitere Details ersichtlich. Durch einen starken Helldunkel-Kontrast der Fassadeneindeckung zu den Fassadenblechen, wird die Strassenfassade gegliedert und rhythmisiert, während die geraden Fassadenflächen zum Garten hin beruhigt werden. Sowohl durch die Unterteilung der Baukörper als auch durch die Durchsichten bei den Eingangssituationen entsteht ein geschlossener wie auch durchlässiger Charakter der Baukörper. Die dunklen, schiefergrauen Untersichten der Hauseingänge entwickeln eine starke Sogwirkung, die Aussenraum, Zwischenbereiche und Innenraum als räumliche Abfolge erfahrbar machen und verbinden. Im Innenbereich werden Akzente aus dem Kolorit der Fassaden weiter gesponnen. Durch dieses anekdotenhafte Wiederholen von Farbtönen, werden die verschiedenen Nutzungen miteinander verwoben und können als grosses Ganzes wahrgenommen werden.

    Mehr zum Projekt: Zimmermann Sutter Architekten
    Bilder © Roger Frei und Atelier Katrin Oechslin

  • Eber

    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
    Bild: ObiettivoLuce, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Erweiterung und Instandsetzung Haus Eber 2024
    Bauträgerin: Stiftung Jugendwohnnetz, Zürich
    Architektur: Wild Architekten GmbH, Zürich
    Baumanagement: Bosshard und Partner AG

    Das Haus Eber wird beidseitig um ein Segment erweitert. Die vorhandene Gebäude- und Dachvolumetrie wird weiter geführt und schliesst den Neubau mit zwei markanten Brandwänden ab. Diese verstärken den Eindruck von einem Blockrandfragment, das in einer sehr heterogenen Umgebung mit verschiedenen Nutzungsinseln bestehen muss. Es erinnert fast etwas an ein Nagelhaus, oder ruft Assoziationen wie den "Fels in der Brandung" wach, der an der belebten Kreuzung vom Verkehr umspült wird.

    Um die Widerstandskraft zu untermauern soll das Ensemble von Alt und Neu gefestigt werden. Dabei spielt die Farbigkeit eine verbindende und verwebende Rolle. Statt mit einem starken Farbakzent wird die Einheit von Altbau und Neubau durch sich wiederholende Farbigkeiten betont. Die Anbauten erfahren dabei eine farblich stärkere Gewichtung als der Altbau und vermögen so den üppigen Bauschmuck in der Mittelachse aufzuwiegen. Durch die alternierende Farbgebung wird die Wirkung eines Ensembles verstärkt. Die repräsentativen, strukturreichen Fassaden zur Strasse gehen an den Brandmauern in eine zurückhaltende Putzmaterialisierung über, die den Hintergrund darstellt für die expressive Stahlkonstruktion der Laube auf der Hofseite. Dies ist in Anlehnung an Industriebauten der Jahrhundertwende (u.a. Schlachthof) in einem dezenten „Maschinengrün“ gehalten. Im Inneren werden die kleinen farblichen Akzente des Aussenraumes aufgegriffen und grossflächig übernommen. Indem nicht zwischen Hülle und Innenleben unterschieden wird, kann die Massivität der Gebäude unterstrichen werden.

    Mehr zum Projekt: Wild Architekten GmbH
    Bilder: © ObiettivoLuce, Zürich und Atelier Katrin Oechslin

  • Kolonie 3

    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Ersatzneubau Kolonie 3 und Umbau Kolonie 1 2023
    Bauträgerin: Baugenossenschaft Wiedikon, Zürich
    Architektur: Zimmermann Sutter Architekten AG, Zürich

    Ausgangspunkt des Projektes ist die städtebauliche Haltung, den Blockrand mit dem neuen Wohnhaus und den vorgeschlagenen Aufstockungen der angrenzenden Genossenschaftsbauten zu einem geschlossenen Ganzen zu verbinden. Durch ein quartierübliches zweigeschossiges Mansardendach, eine verputzte Lochfassade und einfache auskragende Balkone wird der Baukörper in den Baublock integriert. (Ausschnitt aus Projektbeschrieb Arch.)

    Die Putzfarbigkeit in erdigen Grautönen fügt sich unaufgeregt in die Umgebung ein und betont durch einen Wechsel der farblichen Intensität und Dunkelheit bei den Sprüngen der Traufen die Auftakte. Vor diesem ruhigen, relativ neutralen Putzhintergrund werden den bestehenden Läden in Türkis bunte Akzente gegenübergestellt, die diese relativieren und die Fassaden des Neubaus je nach Quantität und Anwendungsort beleben und gliedern. Im Hof ermöglichen die Loggias des Ersatzneubaus ein Verweben des Aussen- mit dem Innenraum. Dies wird durch eine starke Materialität des Bodenbelages betont, der sich vom Treppenhaus bis in die Küchen der 4,5-Zimmer Wohnungen und in die Eingansbereiche der 2,5-Zimmer Wohnungen zieht. Auch im Innenraum wird so das Nebeneinander von starken Farbigkeiten und Materialien weitergedacht. Die Materialisierung der Altbauten nimmt den Rotton der Klinkerplatten mit einer Feinsteinzeug-Variante im Entrée auf. Es wird auch hier mit Kontrasten gespielt; sowohl im Kleinen in Form von zweifarbigen Bodenbelägen wie mit Farbakzenten zum Beispiel der Küchenfronten.

    Mehr zum Projekt: Zimmermann Sutter Architekten
    Bilder: © Roger Frei, Zürich und Atelier Katrin Oechslin

  • VEBO

       

    Farb- und Materialkonzept Innenräume Neubau VEBO Soleure
    Bauträgerin: VEBO Genossenschaft
    Architektur: phalt Architekten AG

    Inspiriert von der Solothurner Schule ist der Entwurf des Neubaus für die VEBO Soleure der Sachlichkeit verpflichtet. Strukturelle Klarheit zeichnet die Fassade des kompakten Solitärs aus, das Innere ist auf allen Geschossen in einen inneren Kern mit Lichthöfen und eine diesen Kern ummantelnde Raumschicht der Werkhallen aufgebaut. Der Kern beinhaltet neben Büros und grosszügigem Erschliessungsbereich mit Aufenthaltszonen auch kleinteiligere, untergeordnete Nutzungen. Im Attika­ge­schoss befindet sich ein Perso­nal­re­staurant.

    Das Farbkonzept versucht gleichzeitig funktionale, orientierende aber auch spannungsvolle und repräsentative Schwerpunkte zu setzen. Die verschiedenen Raumnutzungen mit individuellen Bedürfnissen sollen in ihren funktionellen und ästhetischen Eigenheiten gestärkt werden. So entstand die geschossweise farbliche Unterscheidung um eine bessere Orientierung im introvertierten Kern zu ermöglichen aber auch um die architektonische Erscheinung von aussen chromatisch zu ergänzen. Die Farbwahl ist scheinbar zufällig und spielerisch und bindet das Projekt durch die harmonische Wirkung der bedeckten, ruhigen Farbtöne zusammen.
    Im Innern kommt den Begegnungszonen eine besondere Bedeutung als "Scharniere" zwischen den verschiedenen Raumtypologien zu. Ein Regelwerk von wiederkehrenden Farbintensitäten umspannt die Raumtypologien zu einer Einheit, schafft aber durch die quantitative Unterscheidung und den Ort der Farbanwendung (Boden, Wand, Decke) eine differenzierte Wahrnehmung pro Raumgruppe.

    Mehr zum Projekt: phalt Architekten
    Bilder © Atelier Katrin Oechslin

  • Westfeld

       

    Übergeordnetes Farb- und Materialkonzept Fassaden Neubauten Westfeld 2023
    Bauträgerin: Baugenossenschaft wohnen & mehr (Basel)
    Architektur: Enzmann Fischer Partner AG
    ARGE Bachelard Wagner Reuter
    ARGE Baumann Scheibler Villard
    Baumanagement: Proplaning Generalplaner

    Wo bis vor kurzem niedrige Nebengebäude des Felix Platter-Spitals standen, wird ein grosser Wohnhof geplant. Der Wohnhof steht sinnbildlich für das gemeinschaftliche Wohnen: Anders als bei einer typischen Basler Blockrandbebauung ist der Innenhof nicht parzelliert und damit privatisiert, sondern nachbarschaftlicher Ort der Begegnung. Der Blockrand unterteilt sich in Bausteine mit unterschiedlichem Gepräge. Hierfür wurden Gestaltungsregeln definiert sowie ein übergreifendes Material- und Farbkonzept ausgearbeitet. Wegweisend dabei war die Erkenntnis, dass die Rottöne, die schon Bestandteil des städtebaulichen Idee waren, je Teilprojekt in einem vorgegebenen farblichen Rahmen fein austariert werden sollen. Durch eine so erlangte gewisse Einheitlichkeit kann farblich mit kleineren Quantitäten je Baustein sehr individuell auf die architektonischen Bedürfnisse reagiert werden. Trotz architektonischer Vielfalt bleibt ein einheitliches Gesamtbild erhalten.

    Mehr zum Projekt: Enzmann Fischer Partner AG, Bachelard Wagner Architekten, Reuter Architekten, Baumann Lukas Architektur, Scheibler & Villard
    Bilder: © Annett Landsmann, Atelier Katrin Oechslin

  • Obermaihof

    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
    Bild: Roger Frei, Zürich
       

    Farb- und Materialkonzept Fassaden Überbauung Obermaihof 2023
    Bauträgerin: Allgemeine Baugenossenschaft Luzern
    Architektur: Phalt Architekten AG
    1. Etappe Punktbauten Realisierung 2017–2019
    2. Etappe Längsbauten Realisierung 2020–2023

    Die Siedlung Obermaihof befindet sich im Nordosten der Stadt Luzern, unweit des Rotsees, angrenzend an den Wesemlinwald. Charakteristisch für die Situation ist die stark prägende Topographie mit dem südseitig steil ansteigenden Hang gegen den Wald. Die heutige Siedlung wurde in den Jahren 1947 bis 1948 erstellt. Um die bestehende Siedlung zu verdichten wird die bestehende Reihe von Punktbauten erweitert und umgebaut. Der Aussenraum wird aufgewertet, in dem eine gemeinsame Hofsituation kreiert wird, die gegen den Hang mit drei länglichen Neubauten abgeschlossen wird.

    Der Überbauung soll trotz sehr unterschiedlicher Typologien eine erkennbare Zusammengehörigkeit verliehen werden. Die Langhäuser sind mit reliefierten Betonelementen bestückt, die als Bänder die Fassadenflächen strukturieren. Diesem Relief mit seiner stark in Erscheinung tretenden Materialität werden mineralische, Stein-farbene Putzfassaden an den Punktbauten gegenüber gestellt. Durch zwei alternierend applizierte Granierungen des Putzes werden die Volumen an sich, ebenso wie deren Repetition - eine Art Kette, Aufreihung - thematisiert. Dies soll der starken städtebaulichen Geste der Langhäuser eine ebenso deutliche Grossform entgegensetzen. Es stehen sich also sehr unterschiedliche (optisch wie auch haptisch) Fassaden gegenüber. Hauptakteure sind die Fassadeneindeckungen. Ergänzend soll mit ruhigen, zurückhaltenden Farbtönen der Fensterbleche, Geländer und Lamellenstoren gearbeitet werden. Ein farblich intensiverer, umspannender Akzent könnte dabei in den Stoffmarkisen und Loggiavorhängen gesetzt werden.

    Mehr zum Projekt: phalt Architekten
    Bilder: © Roger Frei, Zürich und Atelier Katrin Oechslin

  • Helen Keller

       

    Farbkonzept Fassade Neubau Alterssiedlung Helen Keller 2020
    Bauträgerin: Stiftung Alterswohnungen der Stadt Zürich (SAW
    Architektur: Atelier Abraha Achermann
    1. Etappe Haus A und B Realisierung 2018
    2. Etappe Haus C und D Realisierung 2020

    Die vier volumetrisch expressiven Neubaukörper der Alterssiedlung Helen Keller sollen mit einer schlichten und zurückhaltenden Farbgebung in ihre Umgebung eingebunden werden. Prägende Materialien und Strukturen kombiniert mit fein dosierten Farbtönen sollen den Gebäuden Selbstverständlichkeit verleihen und an Texturen in der Umgebung anknüpfen. Die Aussenhaut wird mit einem mineralischen, feinen Abrieb verputzt wobei ein grob strukturierter Putz die Eckvolumen alternierend hervorhebt. Der ebenfalls gröber strukturierte Sockel gibt Halt, verleiht den Körpern Schwere und Terrainverbundenheit. Anhand von selbst gefertigten Mustern wurde nach der geeigneten Textur für die beiden Putzarten gesucht. Um die Vertikalität zu betonen ist eine gerichtete Struktur erwünscht. Der Putz soll aber in Anlehnung an eine Baumrinde immer noch Haut sein. Dies wird mit einer groben, leicht ausgefransten Zahntraufelstruktur umgesetzt.
    Die vier Gebäudekörper sehen sich aus der Distanz ähnlich, sie erscheinen in einem zurückhaltenden, warmen Grauton. Dieses Phänomen wird optische Mischung genannt, denn von Nahem werden feine Unterschiede in der Farbgebung des Anstrichs bemerkbar.

    Die vier Gebäudekörper beinhalten zusammen 150 Wohnungen, die in den Erdgeschossen durch Nutzungen wie eine Kindertagesstätte oder einen Gemeinschaftsraum ergänzt werden. Die Wohnungen werden sehr kostengünstig erstellt, was sich in einem flexiblen Materialisierungskonzept zeigt. Um auch in späteren Phasen auf Kostenereignisse und kurzfristige Einsparungen reagieren zu können wurden Materialien, Oberflächen und Farben als Collage verstanden und zusammengestellt. Das komplementäre Farbenpaar rot und grün, das schon in der Granierung des Fassadenanstrichs zur Anwendung kommt wird mit den Materialien im Innenraum aufgegriffen. Der Linoleumbelag setzt in allen Farbvarianten einen deutlichen Akzent. Die feinen Töne der Küchenfronten sowie der Nasszellen bilden einen dezenten Gegenpol dazu. Durch die verschiedenen Materialbeschaffenheiten und die lebhafte Farbgebung wird eine wohnliche Atmosphäre geschaffen.

    Mehr zum Projekt: Atelier Abraha Achermann
    Bilder © Atelier Katrin Oechslin und Atelier Abraha Achermann

  • Champagne

    Inspiration: Jean-Pierre Raynaud, La Celle Saint-Cloud
       

    Farb- und Materialkonzept Sanierung Tour La Champagne 2018
    Bauträgerin: Pensionskasse der Stadt Biel
    Architektur: Graser Troxler Architekten AG

    Das Hochhaus La Champagne am östlichen Eingang von Biel ist das höchste Gebäude der Stadt. 1968 – 70 nach den Plänen von Walter Schwaar errichtet, ist die 60 Meter hohe Landmarke seit 1993 im Besitz der Pensionskasse der Stadt Biel. Für die grosszyklischen Erneuerungsarbeiten wurde das schützenswerte Inventarobjekt unter Beibehaltung der bauzeitlichen Curtain-Wall-Fassade saniert.

    Auch im Innern soll der Geist der Bauzeit spürbar sein. Dies allerdings nicht im Sinne einer Wiederherstellung des ursprünglichen Zustandes. Der Umgang mit Farbe in den späten Sechzigerjahren soll aufgegriffen aber neu interpretiert und ins Jetzt übersetzt werden.

    Es werden mehrere für die Bauzeit typische Akzentfarben ausgewählt. Durch die Kombination dieser Buntheit mit blasseren, feineren Farbtönen wird die typischerweise polychrom-kontrastierende Farbgebung mit einer neuen, zeitgemässen Lesart überschrieben. Die sehr bunten Akzentfarben werden als Plattenbeläge vorgesehen. Durch die abstrakte, isolierte Anwendung der quantitativ kleinen Akzente wird die Strenge der Architektur unterstützt und die abstrakte Konsequenz der Grundrissanordnung weitergedacht.

    Mehr zum Projekt: Graser Troxler Architekten
    Bilder: © Alessandro Petriello und Atelier Katrin Oechslin

  • Projekte (8)

  • Flawil

       

    Farb- und Materialgestaltung Markthalle Flawil 2024 - 2026
    Auftraggeberin: Gemeinde Flawil
    Architektur: Studio Sintzel

    Zentral aber doch nicht wirklich in eine Struktur eingebunden steht der Neubau der Markthalle auf dem Marktplatz in Flawil; einem kleinen Ort mit dörflichem Kern.
    Das grosse, längliche Dach, das die sehr unterschiedlichen Nutzungen von Tiefgarage und Kultursaal unter sich vereint, fächert sich mit sichtbarem Tragwerk aus Holz unter dem Baumhain über den Platz. Die unmittelbare Präsenz und Plastizität des Holzbaues verweist auf landwirtschaftliche Zweckbauten, wobei die Dachform und die Architektur der Stützen von einer dezidierten Gestaltungsabsicht zeugen.
    Mit der Farbgebung wird versucht, diese Widersprüchlichkeiten und damit die vieldeutige Lesbarkeit zu unterstützen: Von weitem als Zweckbau getarnt, verspricht die bunt gefärbte Untersicht des grossen Daches viel Festlichkeit. Unter letzterem und hinter den dicht gesetzten Stützen wird Raum geschaffen für verglaste Innenräume, die an die Farbpalette der Fassade anknüpfen und diese mit Akzenten erweitern.

    Mehr zum Projekt: Studio Sintzel
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin / Studio Sintzel

  • Neubühl

       

    Farb- und Materialkonzept Instandstellung Gebäudehülle Werkbundsiedlung Neubühl, Zürich 2025 - 27
    Bauträgerin: Genossenschaft Neubühl
    Architektur: GFA Gruppe für Architektur GmbH

    Die heutige Farbpalette und ihre Wirkung in der räumlichen Abfolge der Reihenhäuser und Wohnungen im Neubühl entsteht aus fein abgestimmten Farben. Sie zeigen untereinander eine grosse Verwandtschaft bezüglich Helligkeit und Vergrauung, sind aber mit ihrer «feinfarbigen Tönung» verhalten, beinahe etwas bieder. (Auszug aus „einst und jetzt“, 2017)

    Da die Siedlung im Gedanken des neuen Bauens erstellt wurde, wobei Rationalisierung, Typisierung und kostengünstiges Bauen exemplarisch umgesetzt wurden, wird der Vielfalt der Gebäudetypen eine einheitliche Farbgebung gegenübergestellt, sodass die Siedlung als Einheit lesbar bleibt.

    Das Farbkonzept soll die Gebäude in ihrer Formalität stärken, die Kubaturen akzentuieren. Die feine Nuancierung der Stirnfassaden ist nur je nach Tageslicht und Sonneneinfall erkennbar erkennbar. Sie imitiert ein lebendiges Lichtspiel und ermöglicht eine prägnanter lesbare Repetition der Baukörper.

  • ZEPRA

       

    Übergeordnetes Farb- und Materialkonzept Zentrale Pratteln 2022 - 2025
    Bauträgerschaften: Logis Suisse AG, Terra Schweiz AG / Habitare Schweiz AG, Gewona Nord-West, Miethäusersyndikat, Homebase, Wohnbau-Genossenschaft Nordwest
    Architekten: Bachelard Wagner Architekten AG, Müller Sigrist Architekten AG, Flubacher Nyfeler Partner Architekten, Degelo Architekten AG

    Seit Anfang 2016 ist die die gemeinnützige Wohnbaugesellschaft Logis Suisse Eigentümerin des Areals direkt neben dem Bahnhof in Pratteln. Das Projekt umfasst einen Wohnhof, der durch unterschiedliche gemeinnützige Bauträger als «Entwicklungspartner» mit vier Architekturbüros realisiert wird.

    Die verschiedenen Architekten haben sehr ähnliche, aber nicht aufeinander abgestimmte Farbkonzepte für die Fassaden der entsprechenden Bausteine geplant. Insofern soll in Zusammenarbeit mit den Bauträgern und Architekten ein Konzept respektive eine Richtlinie im Umgang mit Farbe und Material erarbeitet werden, an denen sich alle Projektbeteiligten orientieren können. Dabei ist sowohl eine gewisse architektonische Vielfalt, die die einzelnen Bausteine differenziert, erwünscht als auch eine Ensemblewirkung, die den Wohnhof als Gesamtprojekt lesbar macht. Da gewisse Fassadenbauteile recycelt werden, soll sowohl die rohe Materialität wie auch die Farbigkeit ein wesentlicher Aspekt der gestalterischen Gesamtkomposition sein. So geht es darum ein visuelles Gleichgewicht unter den Teilen zu schaffen sowie auch eine Art visueller Kommunikation zwischen den Bausteinen zu erreichen.

    Um ein möglichst robustes, flexibles und anpassungsfähiges Konzept zu entwickeln, werden keine eindeutigen Farbvorgaben gemacht. Vielmehr soll eine Differenzierung gemäss Bauteilen oder Fassadenschichten vorgeschlagen werden sowie ein Baustein-übergreifendes farbliches Verknüpfen. Das heisst 2-3 Farbtöne werden definiert und wiederholen sich in wechselnden Quantitäten und Qualitäten an verschiedenen Bauteilen. Möglichst komplementäre Farbtöne tragen entscheidend zur Flexibilität und Robustheit des Konzeptes bei.

    Mehr zum Projekt: Zentrale Pratteln
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin

  • GBS

       

    Farb- und Materialkonzept Gewerbeschule St. Gallen, Zürich 2025 - 28
    AuftraggeberIn: Kanton St. Gallen
    Architektur: Malte Kloes Architekten GmbH

    Die Farbgestaltung sieht vor, die strukturelle, pragmatische Grundstruktur der Gebäude durch diffusere, nicht gänzlich fassbare Farbereignisse zu ergänzen.

    In den Fassaden spielen diesbezüglich die Markisen eine tragende Rolle: Es werden je Fassadenseite 2 warme, aber sehr bunte Farbtöne als starke Kontraste zu den ansonsten vielgestaltigen, materialfarben gehaltenen Bauteilen vorgesehen. Durch die Intensität und die Quantität der monochromen Farbflächen wird der Fassadenausdruck trotz diverser Materialien beruhigt.

    Im Innenraum wird das Hauptaugenmerk auf die prägnanten, zweigeschossigen Bereiche und auf Übergangsräume wie Foyer und Erschliessung gelegt. Durch den Wechsel des Bodenbelages von Hartbeton auf Fliesen wird die Raumskulptur gefasst und hervorgehoben. Die Farbgebung der Bodenfliesen korrespondiert mit jener der Markisen und wird von diesen bei schönem Wetter farblich intensiviert. Der Einsatz von Fliesen wird an den Wandflächen der Kerne in der Erschliessung aufgegriffen. Farblich wird hier mit Grün- und Blautönen ein Gegenüber zu den warmen Bunttönen der Markisen geschaffen. Zudem wird vorgeschlagen, den Rhythmus, den die Stützen vorgeben, durch ein in den Hartbeton geschliffenes Bodenraster räumlich mehr zum Tragen zu bringen. So bekommen die Räume mehr optischen Halt und Tiefe, da die räumliche Staffelung besser spürbar ist.

  • Altwiesen

       

    Farb- und Materialgestaltung Wohnsiedlung Altwiesen, Zürich 2024 - 2026
    Auftraggeberin: Stiftung Einfach Wohnen
    Architektur: Figi Zumsteg Architekt:innen GmbH

    Die zwei Neubauten stehen am westlichen Rand des mehrere Gebäudetypen umfassenden Gestaltungsplanes an der Dübendorfstrasse. Da auch die übrigen Gebäude des Gestaltungsplans sich dem modularen Bauen aus vorfabrizierten Baustoffen verschrieben haben und sich dies in den Fassaden abbildet, wird hier angeknüpft. Es werden unterschiedliche Materialien wie PV-Paneele, Holzschalungen, textiler Sonnenschutz und Wellblech kombiniert. Die Kontraste der Materialien und ihrer Oberflächeneigenschaften werden dabei zum Programm: Statt die verschiedenen Materialien über die Farbe einander anzugleichen, werden die Unterschiede betont und die Oberflächenkontraste gestärkt.

  • Sammlungszentrum

       

    Material- und Farbgestaltung Erweiterung Sammlungszentrum Affoltern am Albis 2023-28
    Bauträgerin: BBL Bundesamt für Bauten und Logistik
    Nutzerin: Schweizerisches Nationalmuseum
    Architektur: Zimmermann Sutter Architekten AG

    Für die Aufbereitung und Lagerung diverser Kunst- und Kulturgüter welche nicht in den aktuellen Ausstellungen gezeigt werden können, unterhält das Nationalmuseum einen zentralen Sammlungsstandort in Affoltern am Albis. Hierfür wird am Ortseingang von Affoltern am Albis eine Erweiterung realisiert.

    Der vorgeschlagene Neubau reagiert mimikryartig auf den Ort und die Bestandesbauten. Auch im Innern wird die Nähe zum Bestand im Umgang mit Material und Farbe übernommen: rohe Materialien mit unterschiedlichen Oberflächenbeschaffenheiten treffen aufeinander, seidenglänzende, dunkle Anstriche werden dort eingesetzt, wo sinnvoll und nötig. Durch den starken hell-dunkel-Kontrast sowie die Veredelung der Oberflächen durch einen Anstrich wird der Raum gegliedert und strukturiert.

    Mehr zum Projekt: Zimmermann Sutter Architekten
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin

  • Luchswiesen

       

    Farb- und Materialgestaltung Erweiterung Schulanlage Luchswiesen 2024 - 2028
    Auftraggeberin: Stadt Zürich AHB
    Architektur: Parameter GmbH
    Baumanagement: HSSP AG

    Steht man auf dem Schulareal Luchswiesen, dann präsentiert sich schon heute ein Konglomerat aus Schulbauten verschiedener Epochen: Neben dem ursprünglichen Ensemble aus dem Jahr 1957 von Martin Kollbrunner stehen sich zwei Erweiterungsbauten von Covas Hunkeler Wyss aus dem Jahr 2006 gegenüber. Letztere halten sich die Waage und spannen durch die Setzung der bunten Kuben einen Platzraum auf. Sie ergänzen den Bestand von 1957 um einen eigenständigen Teil, funktionieren autonom aber doch in Koexistenz mit den sich um einen erhöhten Platz gruppierenden Gebäuden von Kollbrunner.
    Der projektierte Neubau, der teilweise den Bestand von 2006 ersetzt, ist über die Vordächer mit den Bauten aus den 50-iger Jahren verbunden und lehnt sich insbesondere im Einsatz von Hell-Dunkel-Kontrasten an dessen zurückhaltende Buntheit an. Auch die Lage der Treppenhäuser und die Eingänge auf den Pausenhof verbinden die den Hof umgebenden Gebäude. Der Neubau soll allerdings auch dem verbliebenen grüngelben Baukörper von 2006 ein Gegenüber bieten. Dies geschieht durch eine tiefe, dunkle Farbgebung der Fassadeneindeckung, sodass Areal-übergreifend eine Ausgeglichenheit zwischen den grossen Volumen erreicht werden kann.

    Mehr zum Projekt: Parameter
    Bilder: © Atelier Katrin Oechslin

  • Salzweg

       

    Farb- und Materialkonzept Fassaden und Inneräume Ersatzneubau Wohnsiedlung Salzweg, Zürich 2023-2026
    Bauträgerin: Amt für Hochbauten Stadt Zürich
    Eigentürmerin: LSZ Eigentümervertretung
    Architektur: Zimmermann Sutter Architekten AG
    Baumanagement: Güntensperger Baumanagement, Zürich
    Material- und Farbgestaltung: Atelier Katrin Oechslin

    Das Grundstück liegt am Nordhang des Üetlibergs, direkt unterhalb des Friedhofs Eichbühl. Neben ca. 220 Wohnungen unterschiedlicher Grösse sind verschiedene gemeinschaftliche Nutzungen, eine KiTa und ein Doppelkindergarten geplant.

    Die zeilenartigen Baukörper, welche senkrecht zu den Höhenlinien angeordnet sind, werden über den Zusammenbau von diagonal ausgestellten Balkonen zu einer kräftigen Figur verbunden.
    Es werden 4 Farbtöne für die Fassadeneindeckungen in Welleternit definiert, die, angelehnt an in der Natur vorkommende Farben, die Architektur durchweben. Farblich einheitlich gefasst werden dabei die 4 Höfe, die Farbigkeit je Gebäude setzt sich aus den drei angrenzenden Hoffarben zusammen.

    Für die mehrere Ebenen überwindenden Erschliessungsräume im Innern werden - angelehnt an die Fassadenfarbigkeit - zwei Akzentfarben mit komplementärem Charakter definiert. Die räumlichen Ereignisse der Erschliessungskaskaden sollen mit Farbakzenten inszeniert und in ihrer Dramaturgie gestärkt werden.

    Mehr zum Projekt: Zimmermann Sutter Architekten
    Bilder © Atelier Katrin Oechslin

  • Freie Arbeiten (8)

  • Folies

       

    Farbmischungen 2024
    Fotokarton farbig, transluzente Farbfolien
    Format 25 x 35cm

  • Kalk

       

    INNENPUTZ
    Publikation von Annette Spiro, Florian Schrott, Elizaveta Radi (Hrsg.), Verlag Park Books
    Gastbeitrag "Lasur, Anstrich, Schlämme, Putz - Spezifisches zu Kalkoberflächen"

    Mittels Materialversuchen wurde versucht, ein undogmatischer und experimenteller Zugang zum Thema Kalkoberflächen zu finden. Das Material Kalk kann nämlich - bei entsprechendem Können - sehr breit angewendet werden. Vom Mörtel bis hin zu edelsten Lasuren in Freskotechnik ist das Bindemittel Kalk enorm vielseitig einsetzbar.

    Ausgehend vom Sumpfkalkputz wurden die Möglichkeiten der Oberflächengestaltung mit Kalk ausgelotet. Die Putzmischungen wurden mit Zuschlägen versetzt, die Oberflächen wurden mit Werkzeugen bearbeitet, geschlämmt, gestrichen und lasiert.

    Link zum Buch: INNENPUTZ

  • Brettli

       

    Brettli 2022
    Bleistift und Acrylfarbe auf Dreischichtplatte
    Format 20 x 30cm

  • Farbflug

       

    Farbflug 2021
    Analoge Fotografie, Fotopapier
    Format 20 x 10cm

  • Abstrakt

       

    Abstrakt 2017
    Risographie auf Papier
    Format 15 x 10

  • Citi

       

    Citi 2016
    Collage Bleistift auf Papier, Überarbeitung mit Risographie
    Format 17 x 12

  • Stuckmarmor

       

    Materialstudie Stuckmarmor 2015
    Gips, Hautleim, Pigmente

    Stuckmarmor ist ein Kunstmarmor, der in einer aufwändigen Handwerkstechnik gefertigt wird. Für die Herstellung von Stuckmarmor werden Gips und Wasser mit Knochenleim und Pigmenten pastös und farbstrukturenbildend angemengt, an die zu gestaltenden Architekturelemente angetragen und nach Erhärtung mehrfach mit immer feiner werdendem Korn manuell geschliffen und bis zu Hochglanz poliert. Diese hoch entwickelte Form des Kunstmarmors ist vermutlich in der italienischen Renaissance entstanden und diente anfangs der Imitation von natürlichen Marmoren und zur Verwendung für "Pietra-dura"-Arbeiten. Im Barock gelangte der Stuckmarmor zu seiner Hochblüte und löste sich von der reinen Nachahmung. In experimenteller Arbeitsweise wurden verschiedene Techniken und Effekte ausprobiert. Das Zusammenspiel von verschiedenen Pigmenten, die erstaunliche Materialität des Gipses und das dieser Technik ureigene Ineinanderfliessen der Formen und Farben stehen im Zentrum des Experimentes.

  • Sumpfkalk

       

    Materialstudie Sumpfkalkputz 2013
    Sumpfkalkputz / Fresko
    Kalk und böhmische grüne Erde

    Ausgangspunkt der Studie war die Frage nach dem Zusammenspiel eines Sumpfkalkputzes und dem Pigment böhmische grüne Erde. In einem ersten Schritt wurde der Sumpfkalkputz in verschiedenen Rauhheitsgraden aufgebracht. Das farbreine, kalkechte, lasierende Erdpigment wurde erst auf einer Glasscheibe mit wenig Sinterwasser angeteigt und dann in verschiedenen Konzentrationen direkt auf den leicht angezogenen aber noch nicht abgebundenen Putz aufgetragen. Interessant ist bei dieser Fresko genannten Technik, dass kein Bindemittel benötigt wird da die Pigmentbindung durch die Carbonatisierung des Kalkes erfolgt.

    Neben den zu erwartenden farblichen Unterschieden bei verschiedener Pigmentdichte wird deutlich, dass die Oberflächenbeschaffenheit die Helligkeit stark beeinflusst - je glatter die Putzoberfläche desto eher tritt der kühle, graustichige Grünton der böhmischen Erde hervor. Um der Farbe mehr Brillanz zu verleihen kann gelöschter Grubenkalk beigegeben werden. Dies bewirkt allerdings auch eine deutliche Aufhellung der Farbe und der Anstrich wird durch den Kalk deckend. Dem Anstrich wurde Quarzsand beigemengt um eine Schlämme zu erzeugen.

    Schlussendlich wurden die noch feuchten Fresko-Flächen mit Sgraffito-Werkzeugen bearbeitet. Nun wird der Helligkeitskontrast sehr präsent, das Sgraffito-Muster zeichnet ab wo die Deckschicht des Putzes entfernt worden ist und die Putzkörnung Schatten wirft. Die Frescotechnik verlangt grosses technisches Können da ein Übermalen oder Ausbessern nicht möglich ist und die Flächen nur so lange gestaltet werden können, wie der Kalkputz feucht ist. Es wäre allerdings interessant zu prüfen, ob die Sgraffito-Technik durch Weiterentwicklung auch bei Zementputzen wieder vermehrt zur Anwendung kommen könnte.